Manipulation und Glaubenssätze 

 

Wir sind dann besonders empfänglich für die Tricks Anderer, wenn diese Formen finden, die zu unseren Glaubenssätzen, Vorannahmen und Wertungen passen. Um uns gegen indirekte Einflussnahme zu schützen, sollten wir uns unserer Glaubenssätze bewusst sein und sie nicht als objektive Tatsachen betrachten.   Techniken  Bahnung der Beeinflussung durch eine Frage (Mere - Meassurement- Effekt)           

 

Die Fragen   -   Haben Sie vor, wählen zu gehen?  oder  -    Möchten Sie etwas für die Altervorsorge tun? ...       ... führten zu einer Steigerung von 25 %. bei den jeweiligen Themen.  Kanalfaktoren  Man möchte von offizieller Seite gerne, dass Menschen sich schutzimpfen lassen. Die Äußerung des Wunsches und dessen Begründung führte zu einer Steigerung um 3 %. Die Äußerung des Wunsches und dessen Begründung und eine Erklärung des  Weges zum Gesundheitsamt mit Stadtplan, plus einer angedeuteten Suche nach Terminen für die Impfung im Terminkalender führte zu einer Steigerung von 28 %. Neun mal so viel.  Wenn man jemanden bittet, zu einem zu kommen mit den Worten: „Komm bitte zu mir!“, so kommt diese Person oft nicht, weil sie irgendwie zweifelt. Wenn man aber einen Zwischenschritt einfügt und etwas Konkretes vorgibt, ist die Erfolgsquote um 50% höher. Man sollte also sagen: „Steh bitte auf!  Und dann komm zu mir!“  Konformität: „Der Herde folgen“  Testteilnehmer sollten einen Schlager aus einer Vorschlagsliste auswählen. Die erste Gruppe hörte den Schlager und las den Text und wählte dann aus. Die zweite  Gruppe hörte den Schlager, las den Text und konnte währenddessen sehen, wie oft ein Song heruntergeladen worden war. Dann erst wählte diese Gruppe aus. Selbstverständlich wurden die Titel ausgesucht, die die meisten Downloads vorweisen konnten. 

 

Der Stressatz, der diesem Muster zugrunde liegt, lautet:  Ich muss es Anderen recht machen.    

Dieser Gedanke bringt viele unter Druck. Es gilt nun, ihn außer Kraft zu setzen.  Werbung, z. B. Nike, versucht  immer wieder erfolgreich, nicht Produkte zu verkaufen, sondern Lifestyle, ein allgemein gültiges(?) Lebensgefühl, das darauf abzielt, Gruppenzugehörigkeit und Produkte aneinander zu binden. Menschen werden dann auf Grund ihrer Kleidung oder Geräte erkannt und eingeschätzt.  Übrigens: Viele Menschen kaufen dann lieber etwas, wenn der Preis in Cent statt in Euro und Cent benannt wird.  positiv 145 Cent,  negativ 1,45 €. 

 

 

Bewertung eines Ingenieurs, Teilnehmer am Bildungsurlaub

"Kampfrhetorik und Selbsbewusstsein" 2015, in Bielefeld:

 

„Nachdem ich zuletzt bei Ihnen das Seminar mitgemacht

 

habe,  - an einem Tag, als es noch furchtbar kalt war! - bin

 

ich zu der Auffassung gekommen, dass ich für meinen

 

Umgang mit meinen Jugendlichen kräftig profitiert habe

 

von dem Angebot: "Kampfrhetorik".

 

Ich würde bei nächsten Termin gerne wieder mitmachen,

 

um die Erfahrungen zu vertiefen - UND

 

vielleicht ist das auch was für Kollegen und Kolleginnen

 

von mir. Ich werde das Kurs-Angebot studieren,...“

 

 

Auszug aus der Ostfriesenzeitung

 

vom 3. Januar 2013

 

Die Niedersachen wählen am 20. Januar ihr neues Landesparlament.

Die OZ stimmt ihre Leser darauf ein.

Heute: Ein Kommunikationstrainer erklärt, woran man die Glaubwürdigkeit

von Politikern erkennen kann.

 

 

Augen auf bei  den

 

Wahlversprechen

 

VON PETRA HERTERICH

 

OZ-SERIE

 

 

Christoph Teschner:

 

Wenn Worte und Gedanken nicht zusammenpassen,

flackern die Lider

 

vom 3. Januar 2013

 

LEER - Politiker haben oft eingroßes Problem mit ihrer

Glaubwürdigkeit. Der Wähler kauft ihnen nämlich längst

nicht mehr alles ab, was sie so von sich geben. Zu viele

leere Versprechungen waren schon dabei. Die Frage ist,

woran man erkennen kann, ob ein Mensch gerade die

Wahrheit sagt und aus Überzeugung handelt – oder ob er

lügt und sich für Dinge einsetzt, an die er selbst nicht

glaubt?

„An den Augen“, sagt Christoph Teschner.

Er ist Kommunikationstrainer und Rhetorikdozent

(siehe Infokasten). Und er weiß: „Wenn Worte und Gedanken

nicht zusammenpassen, klappen die Augenlider

automatisch zu.“ Das sei beim ehemaligen

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

(CSU) gut zu beobachten gewesen. „Bei ihm klappten

ständig die Augen zu. Ich hab immer gesagt, dass der nicht 

die Wahrheit sagt, aber mir hat keiner geglaubt“, sagt Christoph Teschner.

Dabei seien Guttenbergs Augen immer offen gewesen.

„Dass die Augen zuklappen,ist eine Übersprungshandlung, es passiert automatisch“,  erklärt der Kommunikationstrainer die flackernden Lider.

 

„Natürlich lassen sich Politiker schulen, in Gestik, Mimik,

Auftreten und vor allem Rhetorik“, erklärt Teschner.

„Ich glaube auch nicht, dass jemand heute noch in der Politik

eine Chance hat, der sich völlig ungeschliffen ins Rennen begibt.

Ich würde jedem raten, sich erst coachen zu lassen

und dann in der Öffentlichkeit anzutreten.“

Wenn man sich öffentlich präsentiere, sei es oft schon

schwierig genug, zu wissen, wohin man mit seinen Händen

soll. „Das hat zum Beispiel die Bundeskanzlerin prima gelöst.

Das Merkel-Schiffchen kennt inzwischenja wohl jeder“, sagt Christoph Teschner.

 

Aussehen und Auftreten der Politiker seien für ihren

Erfolg sehr wichtig, so der Kommunikationstrainer.

„Die Menschen beurteilenheute oft viel mehr die Optik

als den Inhalt. Texte wie Wahlprogramme werden doch kaum gelesen.

Man schaut eher auf den Kandidaten.

Wir nähern uns durchaus amerikanischen Verhältnissen.

Eine Glatze darf da kein Politiker haben“, istTeschner überzeugt.

Glaubwürdigkeit sei aber eine nicht zu unterschätzende Währung

in der Politik. Die müsse man vermitteln können. „Vergessen

darf man auch nicht, dass 40 Prozent der Menschen

auf Gefühl reagieren. Also nicht auf Zahlen, Daten

und Fakten, sondern auf direkte Ansprache und persönliche Zuwendung.“

Gerade wer sehr klug sei, habe oft Not, auch die Gefühlsebene zu bedienen.

„Natürlich muss man für seine Überzeugungen eintreten -

aber ohne zu missionieren“, betont Christoph  Teschner.

„Auf die Menschen zugehen, mit echtem Interesse, das ist wichtig.“