Nudge: eine Definition

 

                                                       

Stupsen statt befehlen

 

Ein Nudge ist für Thaler und Sunstein das Gegenteil eines Befehls oder gar eines Verbots. Nicht zuletzt darum hat er besondere Kraft, das Verhalten von Menschen tatsächlich zu beeinflussen. Dafür haben die Autoren viele Beispiele genannt: Sie haben etwa nachgewiesen, dass 80 Prozent weniger Urin auf dem Boden landet, wenn in Urinalen das Abbild einer Fliege angebracht ist, da die Männer dann auf die Fliege zielen. Oder sie haben gezeigt, warum in Deutschland nur 12 Prozent der Menschen Organspender sind, während sich in Österreich mehr als 99 Prozent dafür entscheiden.

Der Grund dafür ist die entsprechende Entscheidungsarchitektur (Choice Architecture). In Deutschland etwa muss man sich aktiv zu seiner Rolle als Organspender entscheiden. In Österreich ist jeder Organspender, der sich nicht ausdrücklich dagegen entscheidet. Der Unterschied im Default – bei Softwareanwendungen würden wir Standardeinstellungen dazu sagen – macht es aus. Der sanfte Schubs, den Menschen ein „Nein“ abzuverlangen, erhöht die Bereitschaft zur Hilfe erheblich gegenüber einer Entscheidungsarchitektur, in der man auf ihr „Ja“ wartet.

Die Situation beeinflusst die Wünsche

Auch hinter diesen Erkenntnissen verbirgt sich die auch auf unseren Seiten schon oft zitierte Krise des rational abwägenden Homo Oeconomicus. Nudging bedeutet nämlich auch, dass es reicht, Menschen bloß ein Ziel zu geben, und schon versuchen sie, es zu treffen. Oder anders formuliert: Die Situation beeinflusst die individuellen Wünsche und damit das Entscheidungsverhalten.

Entscheidungsarchitekturen lassen sich in unzähligen Bereichen anwenden. Sie können gesünderes Essverhalten anregen. Sie können Menschen dazu bringen, weniger Müll auf die Straßen zu werfen. Und sie helfen natürlich auch Unternehmen.

Auch hier spielen die „Default“-Einstellungen (die Vorgaben) eine zentrale Rolle bei der Entscheidungsarchitektur. Nur ein Beispiel: Als eine große nationale Eisenbahngesellschaft in Europa dazu überging, bei der Online-Buchung von Zugtickets gleich die Reservierung eines Sitzplatzes zu inkludieren, stieg die Zahl der Sitzplatzreservierungen von 9 auf 47 Prozent – nur weil das Häkchen in der Checkbox für die Platzkarte in den neuen Voreinstellungen bereits gesetzt war. Und dass das Häkchen nebenbei nicht nur für zufriedenere Fahrgäste mit fixem Sitzplatz sorgte, sondern auch für mehr Umsatz, sei natürlich auch noch erwähnt.

Fazit:

            •   Die Theorie der Nudges lässt sich im beim Design von Entscheidungsprozessen im Alltag nahezu überall einsetzen. Voraussetzung dafür ist, die relevanten Defaults zu erkennen, um daraus die passende Choice Architecture zu formen.

 

            •   Eine richtige Entscheidungsarchitektur übt keinen Zwang auf Bürger, Konsumenten oder Kunden aus. Sie gewichtet die Optionen und führt dadurch zu besseren Entscheidungen.

 

            •   Choice Architecture ist einfach anzuwenden und kann mit scheinbar nebensächlichen Faktoren eine große Wirkung erzielen.

 

 

NUDGING, Kursinhalte

 

Definition: Nudge

2

Wahrnehmungsebenen und Verständnis

3

Reframing

4

Steuerpolitik, Steuerpsychologie

5

Selbstachtung

6

technische Beispiele: Strom Wasser

7

Entscheidung: automatisch - reflektierend

8

Entscheidungssarchitektur

9

technisches Beispiel: Beleuchtung

10

Literatur

11

Feed back

12

Motivation: Raum

13

technisches Beispiel: Treppe

14

positive Worte

15

negative Nudges

16

Wortfarbe

17

Kritik

18

Kritik

19

Verankerung

20

Artikel über Nudge: Beschreibung  

21/22

Beispiele USA

23

BODYTALK

 

 

Übersprunghandlungen                        

 

Übersprunghandlungen sind Bewegungen, die aus einem inneren Konflikt heraus entstehen. Sie sind nicht gewollt und geplant, sondern ergeben sich aus mangelnder Übereinstimmung zwischen Gedanken, Wörtern und Situation.

 

Beispiele  

 

das Kratzen am Kopf, obwohl es nicht juckt,

 

das Zupfen am Ohr, jegliches Fummeln im Gesicht,

 

das Lächeln, obwohl nichts lustig ist (Galgenlächeln),

 

das Schließen der Augen und das Weggucken, (Angst, erkannt zu werden)

 

das Vermeiden von Schweigen durch Füllwörter oder Töne

 

Menschen haben auf Grund ihrer Fehlspannung keine psychische Kraft mehr, stabil und natürlich zu bleiben. Sie verlieren den Willen über ihren Körper und tun etwas, was Ihnen den inneren Druck nimmt. Sie lanssen Dampf ab: Frauen sprechen laut und hoch, Männer spucken auf den Boden oder schmeißen Dinge in die Landschaft. Viele Menschen vertuschen etwas durch ihre Mimik und manche bewegen unablässig ihre Hände oder den Kopf. - Hinter jedem Wort steckt ein Gedanke und dieser Gedanke beeinflusst uns unwillkürlich, d.h. unsere Bewegungen entziehen sich der Kontrolle, wenn Wort und Gedanke nicht übereinstimmen  Das kurze Schließen der Augen wird manchmal auch als Hinweis auf eine Lüge gedeutet. Die Kraft unseres Gefühls und der Wille, es auszudrücken, wird oft unterschätzt.

 

 

Nur mit dem passenden Kommunikationskanal entsteht Kontakt.

Nur mit einer gemeinsamen Art der Kommunikation können Sie positiv eingreifen.

Falls Sie keine gemeinsame Basis finden, kommt es zu

 

- Missmanagement,

- Konflikten und

- Stress.

           

 

          Bedingungen für das NEIN-Sagen

 

 

          10 Sätze für das Selbstbewusstsein

       

1)       Meine positiven Gefühle stammen   nicht daher, dass Andere mich mögen.

          Sie  stammen daher, dass ich mich mag. 

               

2)      Wenn ich mich zu sehr anpasse,  weiß ich nicht, was ich will.

          Ich weiß nur, was Andere von mir wollen.

          Um mein Selbstbewusstsein zu stärken,  bin ich mir meiner Wünsche und 

          Bedürfnisse nicht nur bewusst, sondern ich spreche sie auch aus und tue etwas, 

          um sie Wirklichkeit werden zu lassen.

 

3)      Ich konzentriere mich nicht darauf, jemandem  alles Recht zu machen, sondern

          ich mache mir alles recht, selbst wenn es jemandem nicht passt.

 

4)      Ich zeige mich  und verstecke mich  nicht, 

          auch wenn es sein kann, dass dies Widerwillen hervorruft.

 

5)      Wenn ich nicht aufpasse, habe ich Angst vor der Wut meiner Mitmenschen, sie

          bestimmt, was ich tue. 

          Wenn ich genau nachdenke, weiß ich, dass ich über die Wut Anderer keine Kontrolle

          habe, und ich weiß, dass der  Ärger Anderer keine Kontrolle über mich hat.

 

6)      Um  zu gefallen,  tue ich etwas, wenn etwas getan werden muss und niemand

          gewillt ist, es zu tun. Ich sage mir:  Jemand muss es ja tun.

          In meinem Interesse aber handle ich aus freier Wahl und übernehme die

          Verantwortung nur, wenn ich eine selbstständige Entscheidung getroffen habe, mich zu

          beteiligen. Ich sage mir:“ Ich habe mich dazu entschieden, … “

 

7)      Ich kann ohne schlechtes Gewissen nein  oder ja sagen, wenn ich es ehrlich meine  

          und spüre.

    

8)      Ich reagiere nicht nur auf  Handlungen und Wörter.

          Ich spreche und handle so, dass meine eigene Kraft und Aktivität sichtbar wird und

          bestimme Themen und Inhalte eigenständig.

 

9)      Wenn ich mich  zu sehr anpasse, lasse ich meine Werte beiseite, um mit Anderen in

          Kontakt zu treten.

          Wenn ich initiativ bin, sind meine Werte Kern und Essenz meiner Persönlichkeit.

 

10)    Ich versuche nicht, durch Rückgriff auf die Vergangenheit oder Vorgriff auf die

          Zukunft Zeit zu gewinnen, und zu taktieren. 

          Ich spreche  jetzt  und  ohne Tricks  und Spielchen  aus, wofür  ich stehe und was ich

          denke.