Verbrannte Wörter

 

Matthias Heine untersucht in seinem Buch ..

 

„Verbrannte Wörter - wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht“ 

 

.. 80 Begriffe der deutschen Sprache auf ihren historischen Kontext. Er wolle mit seinem Buch keine Sprachverbote erteilen, sondern historische Aufklärung betreiben. Man sollte vermeiden, sich durch unbedarfte Verwendung von Nazi-Begriffen als historisch ahnungslos zu outen. „Es geht mir um Takt, Stil und historisches Bewusstsein im Sprachgebrauch.“

"Asozial", "Bombenwetter", "entartet" oder "Volk" - nicht wenige deutsche Begriffe sind im öffentlichen Sprachgebrauch verpönt, weil sie mit der ideologisch und propagandistisch aufgeladenen Rhetorik der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht werden. „Gleichschaltung“, „Umvolkung“, „entartet“ sind bekannte Nazibegriffe. Auch scheinbar harmlose Begriffe wie „betreuen“ oder „Sonderbehandlung“ stammen aus dem Nationalsozialismus. Heute kommen viele Naziausdrücke als rechtspopulistische Schlüsselbegriffe zurück, so Matthias Heine in SWR2. In seinem Buch „Verbrannte Wörter“ spricht er über kontaminierte Sprache - und welche Begriffe harmloser sind als ihr Ruf.

 „Gleichschaltung“ stammt ursprünglich aus der Elektrotechnik

Für die Verwendung von NS-Jargon gibt es viele aktuelle Beispiele. Zuletzt musste sich der frisch gewählte neue Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, für seine Äußerung entschuldigen, unter Angela Merkel habe die CDU eine „Gleichschaltung“ erfahren.

„Gleichschaltung ist ein verbranntes Wort“. Damit bezeichnet der Autor in seinem neuen Buch Begriffe, die von den Nazis geprägt oder sogar geschaffen wurden. Der Begriff „Gleichschaltung“ stamme ursprünglich aus der Elektrotechnik. Die Nazis hätten ihn dann für Propagandazwecke genutzt. Wer heute Nazibegriffe verwende, tue dies oft nicht aus Unwissenheit, sondern aus Kalkül. „Viele Nazi-Begriffe sind heute zu Schlüsselbegriffen eines rechtspopulistischen Geredes geworden.“

Betreuen zum Beispiel, ein Schlüsselwort der Nazi-Sprache, eine Hüllvokabel für Mord.“ Heute sei diese Bedeutung durch jahrzehntelangen Massengebrauch in der Bürokratie verwässert.

„Bis zur Vergasung“ ist einfach zunächst mal sehr umgangssprachlich. Schon allein deshalb sollten Sie es in schriftlichen Texten oder in offizieller Rede nicht verwenden. Das andere ist nun mal, dass es unabhängig von der Tatsache, dass diese Redensart lange, bevor die ersten Gaskammern gebaut wurden, existiert hat, bei sehr vielen Leuten diese unangenehmen Assoziationen weckt, und wenn Sie dann nicht im jeden Gespräch erst mal erklären wollen, das ist doch gar nicht aus dieser Zeit, dann sollten Sie es vielleicht einfach weglassen.

 

„Aktion“ war eine der zentralen Vokabeln der NS-Sprache. Das gab es natürlich schon vorher, aber es hat wirklich in der NS-Sprache dann eine besondere Bedeutung, häufig im Zusammenhang mit „Aktionen gegen...“ Leute, die umzubringen waren – also Juden, Behinderte – wurde es oft gebraucht, auch aber im Zusammenhang für Mobilisierung der Volksgenossen, um einen anderen Begriff zu gebrauchen.  „Aktion Sühnezeichen“, eine gesellschaftliche Affäre, die sich ausdrücklich mit der Wiedergutmachung für den Nationalsozialismus befasst, nennt sich so. Es gibt die „Aktion Mensch“, früher „Aktion Sorgenkind“, die sich für Behinderte einsetzt. Es entbehrt nur nicht einer gewissen Ironie, dass diese Sachen mit einem Begriff bezeichnet werden, der in der NS-Zeit genau das Gegenteil bedeutete. 

Wenn man weiß, dass „Sonderbehandlung“ wirklich ein vielfach belegter Terminus für Massenmord in den Konzentrationslagern war, dann ist das einfach im Zusammenhang mit Israel unangebracht, Das flog einer einer leitenden Redakteurin des „Spiegels“, vor zwei Jahren ziemlich um die Ohren, weil sie schrieb, die „Sonderbehandlung Israels durch die deutsche Außenpolitik“ müsse vorbei sein.

 



     

 

 

 

 

 

 

 

     B o d y t a l k 

 

    Was Ihre Augen und Hände tun                                                                                                                           

 

 

       Grundsätzlich sollen Rednerinnen und Redner die eigene Natürlichkeit behalten und  

       immer auch etwas  von ihrer Persönlichkeit  durchschimmern  lassen. Sie entwickeln im 

       Laufe  der Zeit ein freies Gefühl und beachten folgende Regeln:

 

 

 

 

 

 

Die Bedeutung des Rhythmus und des Tempos wird oft unterschätzt.

Eine zu hohe Geschwindigkeit führt bei introvertierten Menschen zum Rückzug. 

 

Bei "effizienten" Menschen gilt Langsamkeit als Schwäche und mangelnde Leistungsfähigkeit.

 

Im Beispiel unten können Sie lesen, wie wichtig die Pausen an der richtigen Stelle sind,- und das Komma sowieso.