Bedürfnisse des Träumers      

                              

ca. 10% aller Menschen haben an erster Stelle den Wunsch nach Ruhe und Alleinsein.  

 

Ein Mensch, schweigend vor einem Gemälde, das zu Ruhe und Meditation einlädt...,

...so können wir uns die psychischen Bedürfnisse unseres sanften Träumers vorstellen. Vielleicht fühlen Sie sich ihm verwandt und empfinden für ihn eine gewisse Sympathie, oder Respekt? Existiert nicht in jedem von uns jener einzigartige Raum, den nur wir selbst kennen und in den wir uns manchmal zurückziehen, um dort unsere wertvollste Zeit zu verbringen? Der Unterschied ist, dass es beim Träumer kein „manchmal" gibt. Diese wertvollen Zeiten des Alleinseins häufig zu haben ist für sein tägliches psychisches Gleichgewicht unerlässlich.

 

Der Archetyp des Träumers wäre jener schweigsame Handwerker, der zu einem Bekanten kommt, um einige Familienstücke zu restaurieren. Er macht sich ans Werk, ruhig und schweigsam, und er gibt diese Haltung den ganzen Tag über nicht auf. Beim Kaffeetrinken begreift sein Gesprächspartner, dass die Unterhaltung kurz angebunden sein würde und dass jeder Versuch, sie in die Länge zu ziehen, eher unangenehm wäre. Am Abend ist die Arbeit fertig, und die Person zieht davon...

...mit ihrem Geheimnis.

 

Es gibt verschiedene Arten von Einsamkeit.

Dem Träumer aber fällt es leicht, sich zurückzuziehen, meditative Räume aufzuschließen und seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Ziemlich oft ist der ein Träumer schwer zu identifizieren. Der Grund dafür liegt darin, dass er sich nicht gerne zu erkennen gibt. 

 

Beispiel 1: Ein Geschäftsmann, wies bei seiner Arbeit viele Charakteristika eines Logikers auf: Er war organisiert, präzise, kommunizierte vorzugsweise über praktische Fakten und Informationen. Er sagt aber  über sich: 

„Es stimmt, dass ich ein Träumer bin. Ich brauche Zeiten der Einsamkeit. Ich bin organisiert, damit ich nicht mehr als vier oder fünf Besprechungen pro Tag habe, und das ist sehr wichtig für mich. Die schwierigste Zeit ist die der Jahresendabrechnung, wo ich täglich sechs oder sieben Klienten habe. In diesem Fall muss ich unbedingt mindestens eine Viertelstunde Pause zwischen zwei Klienten einlegen." 

 

Achtung: Viele Menschen nutzen öfter eine Verhaltensstrategie, um im Alltag besser zurecht zu kommen und die Bedürfnisse ihres inneren Träumers nicht zu zeigen. Vordergründig ist ihr Wunsch nicht sofort  zu erkennen, weil sie strategisch an den Alltag herangehen. Sie kaschieren ihr Bedürfnis, um nicht als unsozial oder eigenbrötlerisch da zu stehen. 

 

Beispiel 2: Eine junge Frau begibt sich in einen empathischen Beziehungsmodus, wenn sie mit anderen Personen in Kontakt kommt. Auch sie ist aber eigentlich eine Träumerin. Sie erklärt das so:

„Mich mit allen gut zu stellen, zu schauen, dass die Dinge gut laufen und keine Konflikte entstehen, das habe ich herausgefunden, ist das beste Mittel, dass ich meine Ruhe habe. Ich brauche lange Zeiten des Alleinseins. Im Übrigen wohne ich auf einem Hausboot, wo ich mir mein eigenes Eckchen eingerichtet habe..."

 

Fazit: Ein Träumer ist motiviert in einem Raum für sich allein, um dort durch Überlegen eine Richtung in ihre vielfältigen  Gedanken zu bringen. Die Reflexion ist  eine große Stärke. Einen Träumer setzt man am besten aber nicht in großen Gruppen ein: Im Empfangsbereich, als Moderator oder öffentlichen Sprecher…