Wort- und Sprachbetrachtung

 

 


Der   d i r e k t i v e     S t i l       dient dazu, schnelle Ergebnisse zu erzielen.

 

Man möchte bei Coronamaßnahmen ohne Umschweife das Verhalten von Menschen

 

beeinflussen. Das könnte klappen, wenn Handlungen auch genau beschrieben werden.

 

Tut man das nicht, entstehen Unklarheit und Zweifel. Möglicherweise wird

 

das Unverständnis nicht rational begründet. Das Gefühl von Unverständnis bleibt

 

 aber dennoch beim Empfänger der Nachricht.

 

 

Beispiel

 

„Husten und niesen Sie immer in die Armbeuge!“

 

 

Warum wird das Husten und Niesen gefordert?

 

Müsste es nicht heißen:

 

 

„ F a l l s    Sie husten oder niesen müsssen, tun Sie dies

 

bitte in die Armbeuge!“ ?

 

 

 

Fazit

 

Wenn Sie den direktiven Stil nutzen möchten, sollten Sie Verantwortung für Ihre

 

Aussagenübernehmen und  verständlich beschreiben, was getan werden soll!

 

 

„Bleiben Sie gesund“ ist ebenfalls eine Art von Phrase, die zeigt, dass sich

 

der Verfasser des Slogans keine Mühe gemacht hat, detailliert zu beschreiben.

 

 

 

 

 

e x t r e m          heißt  äußerster oder am äußersten und kann nicht gesteigert werden.

 

e x t r e m e r    würde bedeuten äußersterer oder am   äußersteren

 

a n o r m a l       gibt es nicht,- es heißt anomal oder unnormal

 

 

Wenn zwischen 2 Hauptwörtern ein "o d e r" steht, folgt meistens die Mehrzahl:

 

Fuchs oder Hase sagen gute Nacht.

 

Berg oder Tal bringen Abwechslung.

 

 

 

Auch wenn viele gemeint sind, folgt oft die  Einzahl.

 

Ein Dutzend Eier liegt auf dem Tisch.

 

Eine Milliarde Euro ist viel Geld.

 

 

 

Fernsehmoderatorinnen sagen zu anwesenden Gästen oft:

 

"Schön, dass Sie da waren."

 

Richtig wäre:

 

"Schön, dass Sie gekommen sind."

 

 

 

Leider wird auch der Begriff "Holocaust" falsch benutzt,

 

weil niemand das Fremdwort und dessen Definition untersucht hat.

 

Ein Fehler, für den es keine Begründung gibt.

 

 

 

Gefühl und Emotion sind nicht dasselbe.

 

Auch hier könnte man das Fremdwort in Ruhe einmal übersetzen.

 

 

 

Das Ausrufezeichen folgt nach einem Befehl, aber nicht um irgendein Gefühl

 

oder Aufregung auszudrücken.

 

Die Sonne scheint. ... enthält keinen Befehl

 

Die Inflation steigt. ... ebensowenig.

 

 

Gehen Sie zur Wahl!

 

Warten Sie ab!

 

Ruf mal an!            ...  enthalten Aufforderungen.

 

 

 

 

Berechtigung der Kampfrhetorik

 

Es geht um Selbstschutz, Fairness und Sicherheit.

 

Die Notwendgkeit, aktiv und tatkäftig zu bleiben, erschließt sich nicht sofort.

 

Es bleibt immer die Spannung zwischen Zurückhaltung und Außenorientierung.

 

Ein Paradox

 

 

 

 

 

 

 

 

Worte des Jahres 

 

 

Der Begriff des Jahres 2021 hieß:   p u s h b a c k.

 

Bei mir wecken englsche Wörter eine gewisse Skepsis.

 

Will da jemand angeben durch eine abgehobene Sprache auf sich aufmerksam machen?

 

Englische Worte sollen etwas „hermachen“ und zeigen,

 

wie weltgewandt oder klug jemand ist.

 

Im Management wird vieles auf Englisch formuliert.

 

agility  priority  commitment   just in time    handle    store storage  cloud   tools

 

step by step    evaluation    crodfunding   work-life-balance  leadership  

 

challenge  performance     salience     spin doctor.

 

 

 

Klimahysterie soll das Unwort des Jahres 2020 sein. Irgendjemand hat sich das im stillen Kämmerlein ausgedacht,- denn benutzt wird das Wort kaum. Für mich sind die Anglizismen problematischer: sämtliche workflows, Masters, Skills, Lean-Management und Transitions. Mehr Angeberei geht nicht. Steckt die Angst der Männer  dahinter, unwichtig zu sein, wenn jede versteht, was man sagt?

Mein Unwort des Jahres 2019 lautet : „unfassbar“. Bei sehr simplen gedanklichen Vorgängen wird übertrieben bis die Schate knackt. Ähnlich ist es mit den Worten absolut und extrem. Wenn schon sonst nichts los ist und die Dynamik fehlt, nutzt man Begriffe, die das Fehlen von Pragmatismus und Handlungsorientierung  ausgleichen sollen.

Das Unwort des Jahres 2018 lautet "Anti-Abschiebe-Industrie". Der Ausdruck unterstelle denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützten, die Absicht, auch kriminell gewordene Flüchtlinge schützen und damit Geld verdienen zu wollen, begründete die Jury ihre Wahl. Der Ausdruck wurde im Mai 2018 durch den Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, in die Diskussion eingeführt.

Im Jahr 2017 lautete das Unwort     alternative Fakten     Dabei handele es sich um einen "verschleiernden und irreführenden Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen", hieß es in der Begründung. US-Präsident Donald Trump ließ bei dieser Wahl grüßen.

2016 wurde Volksverräter zum Unwort gekürt. Der Begriff sei "ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten", begründete die Jury die Wahl. Als Vorwurf gegenüber Politikern sei das Wort "in einer Weise undifferenziert und diffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt".

Für 2015 entschied sich die Jury GUTMENSCH als "Unwort des Jahres". Die Begründung: Vor allem in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere das Wort "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd".

 

Gefühlsvokabular                                         

                                    

Ungefähr  35 bis 40% aller Menschen würden im Alltag gerne ihren empathischen

Kommunikationskanal nutzen. Den meisten fehlt aber das Vokabular, um sich selbst

  und Andere anhand der Worte zu erkennen oder aktiv zu beschreiben.

 

1. Mögliche Beschreibungen positiver Gefühle    +     +

 

Adjektive wie „gut“ oder „schlecht“ verhindern durch ihre Ungenauigkeit häufig den realistischen Kontakt. Diese grobe Art der Beschreibung reicht nicht aus. Die folgenden Begriffe befähigen uns, positive Gefühle und Wahrnehmungen  differenziert auszudrücken, und uns selbst oder Andere zu beschreiben.  

 

angeregt aufgeregt angenehm aufgedreht aufmerksam ausgeglichen befreit begeistert behaglich beliebt  berauscht berührt  beruhigt  beschwingt betroffen bewegt cool dynamisch, eifrig ekstatisch energiegeladen enthusiastisch entlastet entzückt entschlossen entspannt entzückt,erfreut, erfrischt, erfüllt, ergriffen, erleichtert, erregt, erstaunt, fasziniert, freundlich, friedlich  fröhlich froh gebannt geborgen gefasst gefesselt gefühlt gehalten gelassen genießerisch, gespannt gerührt gesammelt geschützt, gesund, glücklich, gut gelaunt, heiter, hellwach, hoch erfreut, hoffnungsvoll, inspiriert, jubelnd, kräftig, kraftvoll, klar, lebendig, leicht, leidenschaftlich, liebevoll locker luftig lustig lustvoll mitfühlend motiviert mütterlich munter mutig, naseweis,natürlich neugierig optimistisch relaxed ruhig satt sehnsüchtig, schwungvoll, selbstsicher, selbstzufrieden selig sensibel sicher sinnlich sonnig spontan spritzig still strahlend, tapfer, temperamentvoll überrascht überschwänglich überwältigt unbekümmert unbeschwert, väterlich, vergnügt verliebt verträumt vertraut vertrauensvoll wach weich weit wertvoll wissbegierig wohl zärtlich zufrieden  zugeneigt zurückhaltend zuversichtlich

 

 2.  Ausdruck gestresster   Empfindungen

 

Dazu gehören moralisierende oder abwertende Begriffe.  

     

abgeschnitten, angegriffen, aufgelaufen, ausgebeutet, ausgenutzt, bedroht, belastet, benutzt, beschämt, betrogen, bevormundet. eingeengt, eingeschüchtert, festgenagelt, gequält, gezwungen, gestört,  herabgesetzt, hintergangen, ignoriert, in die Enge getrieben, manipuliert, missbraucht, missverstanden, nicht beachtet,  nicht ernst genommen, nicht geachtet, nicht gehört, nicht gesehen, nicht verstanden, nicht unterstützt, nicht respektiert, nicht wert geschätzt, niedergemacht, provoziert, sabotiert, übergangen, unterbrochen, unter Druck gesetzt, unterdrückt, ungewollt, uninteressant, unwichtig, verarscht, verladen, verlassen, vernachlässigt, vernichtet, verwiesen, verwirrt,  zerzaust, zurückgetrieben, zurückgesetzt, vereinnahmt

 

 

aggressiv, ängstlich, ärgerlich, alarmiert, angeekelt, angespannt, ärgerlich, apathisch, aufgeregt, ausgelaugt, bedrängt, bedrückt, beklommen, belästigt, benebelt, besorgt, bestürzt, betroffen, betrunken, bekifft, bitter, bockig, deprimiert, dumpf, durcheinander, einsam, elend, empört, enttäuscht, entrüstet, ermüdet, ernüchtert, erschlagen, erschöpft, erschrocken, erschüttert, erstarrt, frustriert, furchtsam, gebrochen, gehemmt, geladen, gelähmt, gelangweilt, genervt, hasserfüllt, hilflos, in Panik, irritiert, kalt, kribbelig, lasch, leblos, lethargisch, lustlos, miserabel, müde, mutlos, nervös, niedergeschlagen, perplex, ratlos, ruhelos, traurig, sauer, scheu, schlapp, schüchtern, schockiert, schwer, sorgenvoll, streitlustig, teilnahmslos, tot, überwältigt, sorgenvoll, übergangen, unglücklich, unter Druck, unbehaglich, verspannt

 

 

 

 

Floskeln vermeiden

 

schön, dass Sie da waren. Der Gast sitzt auf einer Bühne, in einem Fernsehstudio und ist eindeutig noch nicht weg. Der Gastgeber kann leider nicht zwischen Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden.  Richtig hieße es: "Schön, dass Sie gekommen sind."  Das ist doch einfach - oder? 

Alternativlos Kanzlerin Merkel hat diesem Begriff zu noch mehr Popularität verholfen. Er suggeriert, es gebe nur eine einzige Möglichkeit. Das kann jedoch nur rhetorisch gemeint sein, denn eine Alternative gibt es immer – auch wenn sie ggf. nicht sinnvoll ist.    

hermetisch abgeriegelt Weißer Schimmel am Grenzposten. Ein Gebiet kann abgeriegelt oder gesperrt sein – höchstens im Labor auch „hermetisch“.    

Hochdruck In Verbindung mit Ermittlungen, die mit „Hochdruck“ geführt werden. Nur weil der überflüssige Begriff in den Pressemitteilungen der Polizei steht, sollte er nicht so einfach in Nachrichtentexten übernommen werden.    

kalte Temperaturen Temperaturen haben keine Temperatur. Sie können deshalb nicht kalt sein. Temperaturen haben nur einen Wert, der höher oder niedriger liegt.    

Menschen evakuiert Nach langjähriger Falschbenutzung inzwischen sogar vom Duden zugelassen. Menschen werden demnach „luftleer“ gemacht oder „vollständig geleert“. Das sollte eigentlich für die Gebiete gelten, aus denen sie in Sicherheit gebracht wurden.    

mit voller Härte Ein weiterer Klassiker für das Drama-Argument. Wurde Ihnen jemals von halber Härte berichtet? Oder von verminderter Wucht? Wer gern aufgeblasen argumentiert, ist mit voller Härte dabei. Die Anderen bleiben sachlich.    

sozial schwach Eine gezielte Verharmlosung von „arm“. Wird vor allem in Politik und Wirtschaft gerne eingesetzt, um das Gesagte mit einer Nebelkerze zu verzieren.    

Sünder Oft in verharmlosender Verbindung mit Verdächtigen oder verurteilten Straftätern, z.B. Steuer-, Tempo-, Doping- oder Umweltsünder. Suggeriert Geringfügigkeit des Tatbestands.    

Super-GAU Der GAU steht für den größten anzunehmenden Unfall. Noch größer geht nicht, auch wenn ein „Super“ davor gestellt wird.    

teilweise verletzt Wenn „Fünf Menschen teils schwer verletzt“ sind, handelt es sich um eine sinnfreie Verkürzung. Menschen sind entweder leicht oder schwer verletzt, aber nicht beides. Besser: „Fünf Menschen verletzt, einige von ihnen schwer“    

teure Preise Es gibt Dinge, die sind teuer. Und welche, die sind günstig – auch wenn sie nicht billig sind. Andere Dinge sind preisgünstig. Der Preis ist hoch oder niedrig. Der Preis an sich kann aber weder teuer noch billig sein. Oder möchten Sie den Preis kaufen?    

Thermometer fällt Wenn Herbst und Winter völlig überraschend einbrechen, gehen erstaunlich viele Thermometer kaputt, denn die Medien berichten von „fallenden“ Messgeräten. Millionen Barometer und Hygrometer erleiden jährlich ähnliche Schicksale

Todeskandidat Kandidaturen sind grundsätzlich freiwillig. Diese Formulierung unterstellt dem zum Tode Verurteilten in zynischer Form, eine Wahl gehabt zu haben.    

unschuldige Frauen Sowohl in Kriegspropaganda als auch in emotionaler Berichterstattung finden sich die „unschuldigen Frauen und Kinder“. Frage nach dem Gegenteil: Wer sind die schuldigen Frauen und Kinder? Und was ist mit unschuldigen Männern?    

Zeit umstellen Tun Sie es nicht! Physiker warnen schon lange vor Änderungen im Raum-Zeit-Kontinuum. Es genügt, wenn Sie die Uhr umstellen.  

 

Das Bedürfnis meines inneren "Träumers"  nach Ruhe                         

--- und einem Platz, an dem ich reflektieren kann,  zeigt sich in folgenden Bildern. Aufgenommen wurden sie  in der Normandie 2018.  Es gibt Philosophen, die den Wert der Ruhe höher einschätzen als die Suche nach Glück. Bei 10 Prozent der Menschen steht das Bedürfnis nach aAlleinsein im Vordergrund. Dies ist wichtig zu wissen, wenn Sie funktionierende Teams zusammenstellen wollen.

 

 

 

 

 

Christoph Teschner,  Rhetorikdozent, Trainer für Prozesskommunikation  Kontakt, Motivation, Konfliktvermeidung

 

Embodiment

 

F Ü H L E N  -  die Wahrnehmungsebenen         

 

Wenn sich jemand auf den kinästhetischen Speicher konzentriert, sagt er vielleicht:

Das berührt mich   oder    Das kann ich in den Griff bekommen.   Ausdrücke  werden möglicherweise nicht im übertragenen Sinne verstanden, sondern wörtlich. Um sich mit kinästhetisch  orientierten Menschen gut zu unterhalten, benutzen Sie am besten Wörter aus der folgenden Liste. Bei Stress ist es nützlich, die gegenwärtige Wahrnehmungsebene zu erkennen, um danach auf eine andere hinüberzugehen. Fühlt jemand körperlichen Schmerz, wechselt man besser zum auditiven Bereich.  Hört oder liest jemand unangenehme Worte, kann man ihm ein Glas Wasser geben oder berühren. um zur olfaktorischen  oder kinästhetischen Ebene zu kommen.

 

Der Druck ist weg

Ich bin völlig aus dem Gleichgewicht

Das ist ein Schlag unter die Gürtellinie

Das hat so einen gewissen Touch

Ich bin mit ihm warm geworden

Das elektrisiert  mich.

Ich bin entspannt

Einschnitt, Standpunkt

geschmeidig

steif, schwerfällig

trotten, begreifen, anpacken

verbinden, elektrisieren, aufwühlen

verbissen

zäh, hart, warm, grob, sanft

zusammenschließen, federn, fließen, 

rauh, spitz, scharf

kühl

verdichten, in die Hand nehmen

 

olfaktorisch:   schmeckt mir, zergeht auf Zunge, kann dich  riechen, salzig, Geschmack,

                       sauer, würzig, herb, süß,  schlägt auf Magen, geht runter wie Sahne, Duft

 

auditiv:         Stimme, stimmt, Ton, Satz, Antwort, leise, Echo, hören, Wort, sagen,

                       reden, zischen, ein Ohr leihen, klingeln, eine Saite anschlagen 

 

visuell:          scheint sieht aus, bunt, Sicht, geht mir ein Licht auf, Perspektive,

                        Licht, sich ausmalen, Blickwinkel, einsehen, Vision, scheinen, Aspekt